Glenfiddich, 15 Jahre Distillery Edition

 

Glenfiddich, an dieser Brennerei scheiden sich die (feinen) Geister

 

 

 

Weltmarktführer, Massenhersteller und 0815-Produkte

 

oder

 

Innovatives Unternehmen mit gleichbleibender Qualität?

 

 

 

Immer mal wieder diskutieren Whisky-Liebhaber und nicht selten, gibt es nur Pro und nur Kontra. Anhand einiger Mittelklasse-Produkte möchte ich zur Versachlichung beitragen. Im Glas hatte ich natürlich schon den 12er. DER Einsteiger-Malt schlechthin. Seine feine Birnennote begeistert anfangs. Ich habe ihn dann immer wieder mal gekostet und heute ordne ich ihn als Standard-Abfüllung im Mittelfeld ein. Der zweite Standard ist der 15 Jahre alte Solera, der preislich schon ab knapp über 30 EUR zu bekommen ist. Diesen Malt finde ich deutlich komplexer und den Aufpreis von rund 5-10 EUR definitiv wert. Darüber hinaus habe ich auch schon den 18er, 21er und die Age of Discovery Abfüllungen probiert. Der 21er ist ohne Zweifel ein Spitzenprodukt. Die AoD-Abfüllungen finde ich vom Preis-/Leistungsverhältnis her unverschämt. Nun also die Mittelklasse:

 

 

 

15 Jahre Distillery Edition

 

 

 

Früher wurde diese Abfüllung unter dem Namen Cask-Strength vertrieben. Diese Bezeichnung wurde aber behördlich untersagt. Jedenfalls sind 51% vol. für die Speysider (Dufftown) außergewöhnlich viel. Es wird ein Mix von Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso-Sherry-Fässern vermählt.

 

Auf Kühlfilterung wird verzichtet.

 

 

 

Farbe:

 

Bernstein

 

 

 

Aroma:

 

Zurückhaltend, der zuerst blumige Charakter geht in Apfel- und Zitrusaromen über. Gebremst wird die Frische aber von deutlichen Eichen-Noten. Zudem liegt eine feine Vanille-Süße dahinter. Nach einigen Minuten werden Aromen von Rosinen und schwerem Wein deutlich.

 

 

 

Geschmack:

 

Leicht prickelnd auf der Zungenspitze. Dann kurze Pfefferschärfe. Es entwickelt sich ein wirklich schönes Wechselspiel von Süße (Vanille), Würze (von der Eiche) und Fruchtkompott. Die Frucht „wechselt“ von säuerlichem Apfel – hin zu Rosinen. Sehr interessant. Später trocken werdend und mit einer ganz leichten Portion Haselnuss auf dem Gaumen.

 

 

 

Abgang:

 

Mittellanges Finish mit Süße und Espresso-Geschmack

 

 

 

Fazit:

 

Ein gelungener Malt ohne Fehl und Tadel. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Ausreichend komplex ist er auch. Vielleicht für manch einen schon zu rund und zu unspektakulär.

 

Mir gefällt er und bekommt

 

 

 

85/100 Punkten

 

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