Cask-Projekt, Marc Seegatz, Laddie/Marsala

Auf Facebook sind in der Gruppe "Whisky Transformer" einige Freaks versammelt, die in eigenen Fässern Whisky nachreifen. Z.B. so was hier

https://www.whisky-siegen.de/whisk-e-y-allerlei/ ;-)

Das Projekt sprach mich als Liebhaber von Bruichladdich sofort an und ich verfolgte es. Zitat Marc im Mai 17:

 

"nach langem mitlesen und vielen Inspirationsanstößen werde ich hier auch mal mein erstes Experiment zum besten geben. Ich habe mir ein kleines 2l fass besorgt. Dieses wässert gerade für 48h. Danach wird es zum ersten Mal ca. 3-4 Monate mit Marsala befüllt. Dafür habe ich einen besonders süßen ausgewählt, der ein Jahr lang im Barrique reifen durfte. Im Anschluss werde ich das Fass mit einem Laddie-Cuvee befüllen. Dieses wird zu 70% aus Port Charlotte scottish barley 50 vol % (für Kraft und Rauch) und zu 30% aus dem legendären laddie Classic 1st Edition 46 vol% (um den Rauch von der Charlotte ein wenig einzufangen und runder zu machen) bestehen. Vom Rauchgehalt erhoffe ich mir ungefähr beim Laddie Waves zu liegen (zwischen 25 und 30 ppm). Ich denke, der süße Marsala, der Rauch des Port Charlottes, gepaart mit dem weichen Laddie sollten ein rundes Ergebnis ergeben."

 

Er beschrieb dann ausführlich den weiteren Verlauf. Ende August schrieb Marc dann folgende Sätze:

 

"Heute war es endlich so weit. Nach über drei Monaten habe ich den Ambra Sweet Marsala aus dem Fass befreit. Das Bruichladdich-Cuvee wurde vor knapp 2 Monaten vermählt (63% Port Charlotte Scottish Barley und 37% Laddie Classic Edition 01). Der Alkoholgehalt liegt bei 48 Vol.% und der Rauch müsste bei ca. 20-25 ppm liegen."

Das Ergebnis steht jetzt vor mir. Auch an dieser Stelle, ein ganz herzliches Dankeschön für die Zusendung der Samples, lieber Marc.

Der Marsala: Eigentlich bin ich kein Fan von Süßwein. Aber das feine Honigaroma, verbunden mit dem Duft dunkler, fast vergorener Trauben - ist interessant. Die Farbe ist dunkel, fast schwarz. Der Geschmack wird von der Eiche bestimmt. Aber der Kontrast zu Süße des Weines, verleiht im ein schönes Aroma.

 

Aber nun zum Hauptdarsteller:

Private Cak Projekt No. 1

A´Bhólcano

Marc Seegatz

46%vol

 

Farbe:

Goldton mit Rotstich

 

Aroma:

Süßes Lagerfeuer - ist die erste Assoziation. Dazu in der Nase eine kühlende Minze, wie sie bei Laddie so typisch ist. Wunderbar angenehm, allmählich wird es auch fruchtiger, aber es ist schwierig, die Früchte zu benennen. Vollreife Kirschen und schwarze Johannisbeeren - würde ich sagen. Dazu eine Vanillenote im Hintergrund. Sehr harmonisch.

 

Geschmack:

Sanfter Antritt, leichtes Prickeln auf der Zungenspitze mit dezenter Pfeffrigkeit. Der sanfte Rauch ist allgegenwertig. Das Mundgefühl ist cremig. Er ist süß, aber nicht so süß, wie das Aroma es vermitteln wollte. Auch sind die Früchte nicht so dunkel, wie angenommen. Ich schmecke Himbeere - untermalt von Vanille. Dazu die Getreidenote, die den Laddies so eigen ist und ich gerne mit einem orangen Balisto vergleiche. Es setzt erst sehr spät eine leichte Trockenheit ein. Die Eiche verbleibt ganz im Hintergrund.

 

Abgang:

lang, wärmend. Asche verbleibt und ganz zum Schluss eine Kakao-Note.

 

Fazit:

WELL DONE, Marc. Faszinierend, wie dieses Finish "gewirkt" hat. Aber eigentlich gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die große Süße des Marsala blieb wunderbar dezent und die Früchte gar nicht so dunkel, wie gedacht. Ein runder, komplexer Malt. Wenn es einen Ansatz zur Kritik geben würde, dann der, dass die Eiche ein wenig stärker hätte ausfallen dürfen. Aber es gibt das sicher noch einen "Refill".

 

 

 

 

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