Doppeltest Anam na h-Alba 2017

Anam na h-Alba
The Soul Of Scotland

Ein unabhängiger Abfüller aus dem Ruhrpott. Die Crew um Thomas Skowronek steht für Einzelfass-Abfüllungen, die weder gefärbt, noch kühlgefiltert sind. Was ich bislang probieren durfte, hat mich stets überzeugt und ich freue mich heute auf zwei Abfüllungen aus 2017.

 

Tormore, The Angel´s Share, 1995/2017 mit 47,9%

 

Farbe:

Sattes Gold

 

Aroma:

Erstaunlich zurückhaltend in der Nase. Erst langsam entfalten sich die Aromen. Der Gute braucht Zeit. Eine süße Malzigkeit entwickelt sich. Dazu Vanille und wiederum nur langsam entwickelt sich ein Fruchtaroma. Zitronenschale tritt in den Vordergrund. Dahinter kommt stetig eine Mirabellennote zum Vorschein. Letzlich, nach weiteren 5 Minuten, verbleibt die Mirabelle, umschmeichelt von Honig und Vanille. Alkohol ist nicht spürbar.

 

Geschmack:

Feine, ölige Konsistenz. 22 Jahre im Fass schmeckt man. Vollmilchschokolade im Wechsel mit schwarzem Kaffee. Ein Wechselspiel zwischen süßen und herben Noten. Nunmehr setzt sich Frucht durch. Ein Potpourri aus Mirabelle, Aprikose und Pfirsich, führt zu einsetzendem Speichelfluss. Spät auch eine prickelnde Schärfe - nicht sehr stark, Richtung Ingwer. Walnuss und herbe Zitrone leiten schlussendlich den Abgang ein.

 

Abgang:    

Lang und wärmend mit der Malzigkeit aus dem Aroma und Walnüssen, die sehr lange noch verbleiben.

 

Fazit:

Sehr komplex, sehr lecker und einfach nur "rund". Frucht, Fass und Brennerei-Charakter im Einklang. Tolles Teil. Es gibt nur 137 Flaschen. Wer Gelegenheit hat, zu kosten - dem sei dies ausdrücklich empfohlen!

 

90/100

 

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Caol Ila, 2011/2017 mit 59% - gereift in einem Marsala-Fass

 

Farbe:

Helles Gold

 

Aroma:

Gevatter, der Schinken hing zu lang im Rauch, da nutzt das Abreiben mit Wein auch nix mehr.

Heftig und intensiver Rauch, Richtung Räucherofen. Relativ schwer dahinter zu kommen.

Eher säuerliche Fruchtaromen und Malzigkeit, entwickeln sich spät.

 

Geschmack:

Boah, mitten in die _resse rein. Rauch, Jod, Rauch, Malz, Rauch. Dann macht er auf. Säuerliche Frucht und schwer definierbare Zuckernoten. Jetzt auch in der Nase säuerlich-fruchtig werdend. Angenehme gezuckerte Waldbeere zum Abgang hin. Getragen von spürbar Alkohol und merklicher Jugend.

 

Abgang:    

Mittellang - Schinken, Tabak und Asche.

 

Fazit:

Schwierig, aber definitiv mit Potential. Verleitet zum Spielen mit Wasser.

 

83/100

 

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