The Battle, PC10 2016 vs 2018

 

Vor mir steht der brandneue Port Charlotte 10. Ein Sample, dankenswerter Weise von Adrian Gabriel im Rahmen seiner Flaschenteilung abgefüllt. Dieser Tage erschienen, mit 50% Alkohol, nicht gefärbt und ohne Kühlfilterung. Im Rahmen des Vergleichs bezeichne ich ihn im weiteren Text als „18“.

 

 

18 ist nunmehr dauerhaft im Sortiment und reifte in verschiedenen Fasstypen. U.a. in Bordeaux-Fässern. Leider habe ich die genaue Zusammensetzung nicht gefunden.

 

 

Der 2016er (im folgenden Text „16“) war eine limitierte Auflage. Auch er hat 50% und ist ebenfalls ohne Färbung und Filterung abgefüllt. Er reifte in Bourbon-, Sherry- und französischen Weinfässer. Die Komplexität ist gewaltig und ich habe ihn mit 91/100 Punkten bewertet. Absolut mein Beuteschema.

 

 



 

Farbe

 

18: Mais

 

16: mittlerer Goldton

 

16 ist dunkler. Hier scheint der Anteil der verwendetet Sherryfässer ursächlich zu sein.

 

 

 

 

 

Aroma

 

18: Der erste Eindruck ist maritim mit zurückhaltendem Rauch. Sehr harmonisch und der Alkohol ist gut eingebunden. Mir scheint, dass ein Großteil Bourbon-Fässer verwendet wurde. Karamell, Vanille und Zitrusnoten sind gut zu differenzieren. Sehr schön. Nach rund 15 Minuten wird der Rauch stärker und „aschiger“. Auch kommt eine Heidekraut-Note dazu, die den Highland Park ähnlich ist. Insgesamt wird er auch würziger, ohne die Süße im Hintergrund zu verlieren. Muskatnuss auf nasser Erde trifft es wohl.

 



 

16: Süßer (erstaunlich leichter) Rauch, Eine wunderbare Himbeere im Vordergrund, Weihnachtsgewürze, Vanille. Es setzt sich im Laufe der Zeit eine „saftige“ Orangennote durch und der Rauch wird aschiger. Im Hintergrund ist stets diese wunderbare maritime Note nach Tang, Seeluft und Salz zu riechen.

 



 

 

 

Geschmack

 

18: Der Antritt ist eher zurückhaltend, kandierter Ingwer. Sehr samtiges Mundgefühl. Honig-Süße verbindet sich mit Geräuchertem und Meerwasser. Er wird dann am Gaumen noch einmal schärfer (Pfeffer), die Fruchtigkeit nimmt auch zu (Zitrone) und mit Vanille, Muskatnuss und Asche klingt er aus.

 

 

 

16: Ingwer-Schärfe bei würzigem Antritt. Süßholz und auch hier natürlich die Meeresaromen. Der Rauch wird langsam stärker und schiebt eine Ananas-Note nach vorne. Die Süße hier geht eher Richtung Rübenkraut denn Honig.

 

 

 

 

 

Abgang

 

18: Aschiger Rauch hallt lange nach und dazu kommt dann auch das Holz mit einer zartbitteren Note. Espresso und Zartbitterschokolade.

 

 

16: Muskatnuss, Anklänge von Waldhonig und Asche

 

Beide sind noch lange präsent.

 

 

 

 

 

Fazit:

 

16 kostet 65 EUR, 18 kostet 50 EUR. Das sie aus dem gleichen Stall kommen, ist unverkennbar. Es ist immer wieder ein Träumchen, wie ausgewogen und mit welch toller Balance die PC daher kommen. Der Unterschied liegt dementsprechend im Fass...

 

Wer eher ein Freund der Ex-Bourbon-Fass gereiften Malts ist, der greift zur diesjährigen Abfüllung. Wer es Frucht betonter mag, ist mit der 2016er Abfüllung gut bedient. Die ausgesprochene Komplexität ist beiden Probanden gemein. Hier scheint sich der Anteil von Ex-Weinfässer in der Reifung definitiv zu bewähren.

 

 

Von der limitierten Abfüllung habe ich noch eine geschlossen Flasche auf Lager und die aktuelle Abfüllung werde ich mir sicher auch noch zulegen. Im Zweifel würde ich zu 16 greifen (91 Punkte), ohne 18 abwerten zu wollen (89 Punkte).

 

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