St.Kilian, Batch 5 – fassgelagerter Malzbrand

Wie Euch bekannt ist, habe ich eine ganz hohe Meinung von der Brennerei St.Kilian aus Rüdenau. Im Mai/Juni 2019 wird der erste Whisky vorgestellt. Sprich, dann hat das Destillat drei Jahre im Fass geruht und darf sich offiziell "Whisky" schimpfen. Bis zu diesem Zeitpunkt, stellt St.Kilian fassgelagerte Destillate vor, die dem Genießer zeigen, welchen Einfluss die einzelnen Fässer auf den New Make haben. Dies waren bislang:
Batch1: Bourbon Quarter Casks, Batch 2: Amerikanische Weißeiche, Batch 3: Rumfässer aus Jamaika, Batch 4: Peated und heute widmen wir uns dem Batch 5:
Offiziell heißt es: „Fruchtige Pflaumen und frische Landäpfel mit einem Hauch von Marzipan und würzigen Holznoten: BATCH 5 unseres Spirit of St. Kilian haben wir besonders für diesen Spätsommer kreiert. Dafür reifte die inzwischen fünfte Abfüllung unseres fassgelagerten Malzbrands für mehr als 27 Monate in ehemaligen italienischen Weinfässern.“

 

Genauer gesagt, liegt hier eine Reifung in einem Amaronefass vor. Der Spirit ist nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und mit satten 50% abgefüllt.

 

Farbe:
Bernstein mit Rotstich

Aroma:
Der Alkohol ist erst deutlich spürbar, lässt aber erfreulicherweise schnell nach. Eine angenehme Malzigkeit macht sich bemerkbar, gefolgt von dem Geruch „Roter Grütze“, was mich an Ostsee-Urlaube meiner Kindheit erinnert, wo es diese immer in Verbindung mit Milchreis gab. Seine Jugendlichkeit kann der Spirit nicht verstecken, da der Alkohol halt noch nicht vollständig eingebunden sein kann und Eiche nur in Nuancen spürbar ist.  Die jetzt sehr angenehme Vanille-Süße wird nach einiger Zeit von einer leichten, aber nicht unangenehmen Säuerlichkeit abgelöst.

 

Geschmack:
Ein heftiger Antritt auf der Zungenspitze. Der Alkohol ist spürbar, aber im Geschmack doch schon erstaunlich gut eingebunden. Am Gaumen ist er süß (Traubenzucker) und auch hier entwickeln sich die roten Beeren: Johannisbeere, Himbeere, Kirsche. Die Malzigkeit ist erst im Hintergrund und wird später dominant. Zum Abgang hin leicht säuerlich werdend.

 

Abgang:
Eher kurz bis mittellang. Geprägt von Trockenheit und Anklängen von Walnuss.

 

Fazit:
Neulich hatte ich noch mal den New Make im Glas. Dieser ist geprägt von einer weichen Birnenfruchtigkeit. Umso interessanter, wie sich die kurze Fassreifung bereits auf den Geschmack ausgewirkt hat. Wenn diese Reifung nun 10 Jahre betragen hätte, ist stark davon auszugehen, dass wir uns über einen Malt der Spitzenklasse unterhalten hätten. Hypothetisch, klar… In meiner Auffassung fühle ich mich aber bestätigt. St.Kilian bleibt für mich der Stern am deutschen Whiskyhimmel -->
https://www.whisky-siegen.de/2018/06/24/st-kilian-der-stern-am-deutschen-whiskyhimmel/

 

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