Knockdhu, Standard-Range II (18yo, 24yo)

Knockdhu ist eine Destillerie im Örtchen Knock, östlich von Keith, in der schottischen Speyside gelegen. Der Single Malt aus Knockdhu firmiert unter dem Namen AnCnoc (gälisch: "Der Hügel"). Dies dient wohl der Unterscheidung von den Malts der Brennerei "Knockando". In Teil 1 verkoste ich den 12 yo und die Abfüllung mit 16 Jahren. Im zweiten Teil folgen der 18er und der Älteste mit 24 Jahren. Der Charakter der Single Malts von Knockdhu gilt insgesamt als fruchtig und mild.

 

Letzte Woche also der 12er und 16er:

https://www.whisky-siegen.de/2020/02/01/knockdhu-standard-range-i-12yo-16yo/

 

Heute die älteren Brüder:

Der 18er reifte in Ex-Bourbon- und Ex-Sherryfässern. Er ist nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Abgefüllt wurde mit 46% Alkohol. Die Lagerung des AnCnoc 24 erfolgte ausschließlich in Ex-Bourbonfässern. Ansonsten die gleichen Rahmenbedingungen. Spannende und schöne Voraussetzungen, wie ich meine.

 

Farbe:

18: Dunkles Gold

 

24: Heller Bernstein

 

Geruch:

18: Eine sehr intensive Süße liegt über dem Nosingglas. Vollreife Früchte und weiße Schokolade bilden zusammen diesen süßen Cocktail. Nach einiger Zeit lichtet sich das umwobene Durcheinander und es dominieren reife Orangen, begleitet von Möbelpolitur und Leder.

 

24: Ich rieche Zimt, Nelken und Zitrusaromen. Dazu Vanillepudding und einen Wechsel von Süße und Würzigkeit.

 

Geschmack:

18: Ein sehr weicher, leicht würziger Antritt. Die Würze bildet sich dann langsam im gesamten Mundraum aus. Körperreich und aromatisch. Es sind Blockmalz, Zitrone und Karamell zu schmecken, begleitet von Kastanienhonig. Er ist am Gaumen längst nicht so süß, wie das die Nase erahnen ließ. Dann wird er zum Abgang hin würzig und trocken.

 

24: Milder Pfeffer auf der Zungenspitze, aber nur kurz. Dann wird Gaumen und Zunge wie von Wachs belegt und Süße dominiert. Toffee, Ananas, Limette und Leder kommen mir in den Sinn. Adistringierend - nun mit Orangen, Haselnuss und Honig. Man möchte ihn gar nicht loslassen. Ja, er ist reif und gesetzt und die Eiche macht sich zum Nachklang hin bemerkbar.

Nachklang:

18: Lang mit Walnuss und kandierter Zitrone.

24: Sehr langanhaltend, wärmend mit Eiche, Tabak und gesüßtem Zitronensaft

 

 

Fazit:

Der 18er ist sehr komplex und vielschichtig. Es gibt viel zu entdecken. Sehr guter Ausgleich von Fasseinflüssen und Brennereicharakter. Für um die 75 EUR absolut eine Empfehlung.

 

Der 24er ist ein echtes Brett und Spitzenwhisky. Im Bereich der reinen Ex-Bourbonfassreifungen sicher eine der besten Abfüllungen, wenn man die Single-Cask- bzw. Cask-Strength-Abfüllungen mal außen vor lässt. Natürlich sind 120 EUR ganz viel Geld, aber wer auf Oldschool-Bourbon-Reifungen steht, der findet hier wirklich einen tollen Single-Malt.

 

Die vier Abfüllungen der Brennerei haben mir ganz viel Spaß und Genuss bereitet und der eher weiße Fleck auf der Landkarte  - ist nunmehr fett angemarkert!

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Alex (Montag, 17 Februar 2020 18:04)

    Ich kann deine Notes zum 24y total unterstützen. Ein toller Malt. Hatte vor kurzem auch die Chance ihn zu verkosten - http://hogshead-whisky.blogspot.com/2019/12/ancnoc-24y.html

    Den 18y muss ich mir noch besorgen!

  • #2

    Admin (Montag, 17 Februar 2020 18:19)

    Danke, Alex!
    Deine Notes lesen sich aber auch wunderbar!