Glen Elgin, Càrn Mòr, 11yo

Ein eher beschauliches Dasein führt die Brennerei Glen Elgin in der schottischen Speyside. Sie hat den Flair einer kleinen, traditionellen Brennerei - obwohl schon längst Bestandteil des Großkonzerns Diageo. Es gib wenige offizielle- und einige unabhängige Abfüllungen, wobei der Löwenanteil der Produktion in die Blendindustrie (White Horse) wandert. In diesem Fall wurde der Glen Elgin von Morrison and Mackay abgefüllt. Bei diesem unabhängigen Abfüller liegt der Schwerpunkt auf den Single Malts der Càrn Mòr Reihe. Diese Whiskys werden nicht kühlgefiltert und ohne Farbstoff abgefüllt. So auch in diesem Fall und innerhalb der Reihe gibt es die Serie "Strictly Limited" und genau damit haben wird es zu tun. 

Es wurden drei PX-Sherry-Hogsheads abgefüllt, was genau 1.055 Flaschen ergab. Der Alkoholgehalt liegt bei 47,5%.

 

 

 

Farbe:

 

Tiefdunkler Bernstein

 

 

 

Geruch:

 

Sehr fruchtig in der Nase. Rote Johannisbeeren, Himbeeren und Kirschen ergeben einen sommerlichen Fruchtcocktail. Süße von Zuckerrübensirup und etwas Leder kommen dazu. Auch meine ich Lakritztagetes und Estragon zu erschnüffeln. Der Alkohol ist gut eingebunden. Einzig eine kühlende Menthol-Note weist darauf hin. Nach längerer Zeit im Glas, kommt allerdings eine (für mich) Fehlnote ins Spiel: Schwefel.

 

 

 

Geschmack:

 

Eine sehr schöne Konsistenz, die sich samtig auf Zunge und Gaumen legt. Der Antritt ist leicht und der Glen Elgin wird schnell süßer, als ich es erwartet habe. Die Früchte, die schon beim Verriechen da waren, sind auch auf dem Gaumen präsent. Unterstützt von etwas Orangensirup und Karamell. Kandierter Ingwer und Schokolade läuten den Abgang ein und auch hier habe ich etwas Schwefel. Wenig, aber genug, dass es mich stört.

 

 

 

Nachklang:

 

Mittellang, trocken und mit Kaffee

 

 

 

Fazit:

 

Das wird jetzt sehr subjektiv. Der Singe Malt ist an sich klasse und wer sich nicht an Schwefel (und seien es homöopathische Dosen) stört, der hat hier für 65 EUR ein annehmbares PLV, da man auch die geringe Auflage berücksichtigen muss. Zielgruppe: Glenfarclas-Jünger und Farbtrinker - das mit einem Augenzwinkern.

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