Über das Pairing von Whisky und Tabak

(dieser Artikel wird laufend ergänzt und ist eine Art Tagebuch zum Thema)

Geschmack ist ein individuelles Empfinden und gerade wenn zwei gewaltige Geschmacksträger wie Whisky und Tabak kombiniert werden sollen, gehen die Meinungen um das „WIE“ – weit auseinander.

 

Mein Ansatz ist folgender und beschreibt zunächst das Pairing mit Zigarren:

Qualitativ sehr hochwertige Zigarren möchte ich vollumfänglich genießen und mich tatsächlich auf deren Aromen konzentrieren. Insofern lasse ich hier als Begleitung Kaffee, Bier oder einen leichten Weißwein (Weißburgunder) zu. Ähnlich bei hochwertigem Whisky. Ich möchte die Aromen entschlüsseln, wirken lassen und genießen. Das lässt keinen Platz für zusätzlichen Tabak. Hier tut es als Begleitung ein einfaches Glas Wasser.

 

In der Umsetzung sollen sich also Standard und Standard ergänzen. Bestenfalls also eine Balance eingehen und sich maßvoll ergänzen.

 

 


16.10.2021

 

Heute habe ich mich für eine Petit Caballeros von Jose L. Piedra entschieden. Ein maschinell hergestellter Shortfilter von Cuba. Das Deckblatt ist von Hand gedreht und der Geschmack ist typisch für Cuba. Erdig, ledrig, leichte Vanille und Pfeffer. Das Zugverhalten ist gut (aufgebohrt) und das Abbrandverhalten nicht einwandfrei (etwas Schiefbrand), aber zu tolerieren. Man muss den Preis von 3,00 EUR berücksichtigen. Die Rauchdauer betrug rund 40 Minuten. 

Aufgesetzt auf die pfeffrige Note der Piedra, passt wunderbar der Glenfiddich 15, Distillery Edition. Mit 51% -  kräftig genug, der Zigarre Paroli bieten zu können. Der Single Malt setzt nicht nur auf die Pfeffer-Note auf, sondern auch auf die Vanille der Laubrolle. Der Glenfiddich ergänzt dann mit Apfel und Birne. Ein sehr ausgewogenes Paar, das nicht überfordert. 


10.10.2021

Im ersten Schritt habe ich mir für folgende Laubrolle entschieden: San Pedro de Macoris, Ecuador, Robusto Eine leichte Zigarre mit Umblatt aus der Dom.Rep. und als Einlage Tabake aus der Dom.Rep. und Brasilien.

Sie schmeckt leicht und sehr cremig. Leichter Pfeffer, Nüsse, Gras und Karamell bestimmen den Geschmack.

Zugverhalten (aufgebohrt), Verarbeitung und Abbrand ist tadellos. Für 420 Cent macht man hier sicher nichts falsch, wenn man es dann mild mag.

Kommen wir zur Begleitung. Ich habe mich für den Glengoyne 12 entschieden. Das war auch eine gute Wahl. Der Single Malt setzt auf die Karamell und Grasaromen auf. Ergänzend kommen als Früchte dann noch Zitrone und Apfel dazu. Der Kreis schließt sich im letzten Drittel der Zigarre, wenn die Eiche des Glengoyne – die jetzt auch stärkeren Holzaromen der Ecuador trifft.

Das war ein ordentlicher Anfang und ich finde, dass Zigarre und Whisky beim Pairing gewonnen haben.